Es war ein unvergesslicher Abend: ganz und gar analog! Solche Abende sind heutzutage selten geworden: Der Giengener Oberbürgermeister Dieter Henle schaffte es auch ohne mediale Unterstützung, seinen Werdegang unterhaltsam und kurzweilig zu schildern. Er selbst habe Anekdoten immer mit großem Interesse aufgenommen; deshalb wolle er anhand von Anekdoten berichten. Und so erfuhren die Zuhörer*innen Begebenheiten aus dem Schulalltag eines schüchternen Jungen, in dem das Fach Geschichte und der Leistungskurs Französisch sowie das intensive Schreibtraining besonders nachhaltig gewirkt haben. Unweigerlich stellte sich die Frage, wie es möglich ist, dass aus einem stillen jungen Menschen eine Person wurde, die sprachlich gewandt, kommunikativ routiniert und gleichzeitig voller Gefühl, Menschlichkeit und Humor ihre Zuhörerschaft in den Bann zieht. In jedem Fall funktionierte es bestens. Und auch die Wiederwahl zum OB von Giengen mit einer Zustimmung von 98,59 % im Jahr 2025 spricht ja für sich.
Was also macht die Überzeugungskraft dieses in Giengen geborenen Menschen aus, der am Hellenstein-Gymnasium 1994 das Abitur abgelegt hat?
Dieter Henle ging nach der Schule nicht direkt zum Studium, sondern absolvierte zunächst seinen Wehr-Ersatzdienst. Dort erfuhr er hautnah, wie viele Menschen durch Krankheit und angeborene Leiden ein schweres Schicksal zu tragen haben: „15 Monate hat der Zivildienst damals gedauert und ich bin so richtig ins Leben reingekommen mit den Schicht- und Nachtdiensten. Es war aber eine sehr erfüllende Zeit, die mir viel gegeben hat!“ Im Kreis der „Zivis“ gab es zudem einen Bäcker und einen Koch. Von diesen Handwerken sehr beeindruckt, entschloss sich der Abiturient zu einer Lehre im Hotelfach. Das 5-Sterne-Hotel Oberstotzingen bot ihm ein reiches Erfahrungsfeld: beim Zimmerservice, beim Kellnern und sogar bei Putzarbeiten. Überall kam es auf Können, gewinnende Kommunikation und gutes Benehmen an. Das war prägend für alles Weitere. Der Jugendtraum von einem eigenen Hotel am Tegernsee – vielleicht durch Heirat einer Hotelierstochter – ließ sich dennoch nicht verwirklichen.
Stattdessen studierte er an der Hochschule Ludwigsburg Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsmanagement und begann dann eine Tätigkeit in der Industrie, die gute Aufstiegsmöglichkeiten in eine Führungsposition zu versprechen schien. Als dem firmeninterne Gepflogenheiten im Wege standen, wechselte Henle 2005 zur Stadt Heidenheim. Hier war er zuständig für die städtischen Betriebe und leitete später den Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familie. 2009 wurde ihm vom Gemeinderat die Leitung des Fachbereichs Familie, Bildung Sport übertragen. Seine auffallend guten Fähigkeiten in der Personalführung und der Verwaltung großer Budgets prädestinierten ihn für den Landkreis: 2016 wählte ihn der Kreisrat einstimmig zum Dezernenten für Soziales und Gesundheit, zuständig für die Bereiche Sozial- und Jugendhilfe sowie Gesundheitswesen.
„Dort fand ich mich gerade so richtig ein, als der damalige Giengener OB Gerrit Elser erklärte, nicht mehr für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Für mich eine Änderung der Vorzeichen: Oberbürgermeister in meiner Geburtsstadt – das war eine neue Perspektive!“ Von vielen Seiten – auch Fraktionsspitzen des Gemeinderates – zur Kandidatur ermuntert, zögerte er nicht lange, sich auf diese Herausforderung einzulassen und setzte sich im Juli 2017 gegen acht Mitbewerber durch. Der Erfolg gibt ihm recht: Für Dieter Henle zählt in allem Tun die Freude an der Arbeit, am Umgang mit Menschen und die Überzeugung, dass man immer das Gespräch suchen sollte und auch von den Einwänden der Gegner und Kritiker lernen kann. Eine für alle Seiten tragfähige Lösung lasse sich dann immer finden. Vernetzung erscheint ihm als eine wertvolle Tätigkeit, die sich – wie er an einigen Beispielen erläuterte – zum Wohle der Stadt auswirkt. So hat der intensive Austausch mit acht anderen Städten und Gemeinden für Giengen nicht nur bei der kommunalen Wärmeplanung Vorteile gebracht.
Kein Wunder, dass in der sich anschließenden Fragerunde ein junger Zuhörer, sichtlich beeindruckt von diesem sympathischen Träger eines politischen Amtes, die Frage stellte, ob sich Herr Henle auch ein politisches Amt auf Landes- oder Bundesebene vorstellen könnte. Es kam die klare Antwort. „Mir macht meine Arbeit Spaß, die Frage stellt sich mir gar nicht.“
Und was können die jungen Menschen, die heute am HG auf das Abitur zusteuern, für ihre Berufsorientierung von dieser Persönlichkeit lernen?
„Karriere beginnt mit leidenschaftlichem Interesse an der Tätigkeit, die man gerade ausübt. Unterschiedliche Lebensbereiche, die man auf vermeintlichen Umwegen und oft durch Enttäuschungen, dass ein Plan nicht aufgegangen ist, kennen lernt, sind eine Bereicherung. Ein gutes Maß an Offenheit und Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen, ist allerdings schon nötig.“
Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Freude und Spaß schätzt und sucht Oberbürgermeister Henle den Austausch mit Jugendlichen – nicht nur an den Schulen in Giengen. Ein Glück, dass er nun als Mitglied des Fördervereins dem HG verbunden bleibt!
Es war ein unvergesslicher Abend: ganz und gar analog! Solche Abende sind heutzutage selten geworden: Der Giengener Oberbürgermeister Dieter Henle schaffte es auch ohne mediale Unterstützung, seinen Werdegang unterhaltsam und kurzweilig zu schildern. Er selbst habe Anekdoten immer mit großem Interesse aufgenommen; deshalb wolle er anhand von Anekdoten berichten. Und so erfuhren die Zuhörer*innen Begebenheiten aus dem Schulalltag eines schüchternen Jungen, in dem das Fach Geschichte und der Leistungskurs Französisch sowie das intensive Schreibtraining besonders nachhaltig gewirkt haben. Unweigerlich stellte sich die Frage, wie es möglich ist, dass aus einem stillen jungen Menschen eine Person wurde, die sprachlich gewandt, kommunikativ routiniert und gleichzeitig voller Gefühl, Menschlichkeit und Humor ihre Zuhörerschaft in den Bann zieht. In jedem Fall funktionierte es bestens. Und auch die Wiederwahl zum OB von Giengen mit einer Zustimmung von 98,59 % im Jahr 2025 spricht ja für sich.
Was also macht die Überzeugungskraft dieses in Giengen geborenen Menschen aus, der am Hellenstein-Gymnasium 1994 das Abitur abgelegt hat?
Dieter Henle ging nach der Schule nicht direkt zum Studium, sondern absolvierte zunächst seinen Wehr-Ersatzdienst. Dort erfuhr er hautnah, wie viele Menschen durch Krankheit und angeborene Leiden ein schweres Schicksal zu tragen haben: „15 Monate hat der Zivildienst damals gedauert und ich bin so richtig ins Leben reingekommen mit den Schicht- und Nachtdiensten. Es war aber eine sehr erfüllende Zeit, die mir viel gegeben hat!“ Im Kreis der „Zivis“ gab es zudem einen Bäcker und einen Koch. Von diesen Handwerken sehr beeindruckt, entschloss sich der Abiturient zu einer Lehre im Hotelfach. Das 5-Sterne-Hotel Oberstotzingen bot ihm ein reiches Erfahrungsfeld: beim Zimmerservice, beim Kellnern und sogar bei Putzarbeiten. Überall kam es auf Können, gewinnende Kommunikation und gutes Benehmen an. Das war prägend für alles Weitere. Der Jugendtraum von einem eigenen Hotel am Tegernsee – vielleicht durch Heirat einer Hotelierstochter – ließ sich dennoch nicht verwirklichen.
Stattdessen studierte er an der Hochschule Ludwigsburg Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsmanagement und begann dann eine Tätigkeit in der Industrie, die gute Aufstiegsmöglichkeiten in eine Führungsposition zu versprechen schien. Als dem firmeninterne Gepflogenheiten im Wege standen, wechselte Henle 2005 zur Stadt Heidenheim. Hier war er zuständig für die städtischen Betriebe und leitete später den Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familie. 2009 wurde ihm vom Gemeinderat die Leitung des Fachbereichs Familie, Bildung Sport übertragen. Seine auffallend guten Fähigkeiten in der Personalführung und der Verwaltung großer Budgets prädestinierten ihn für den Landkreis: 2016 wählte ihn der Kreisrat einstimmig zum Dezernenten für Soziales und Gesundheit, zuständig für die Bereiche Sozial- und Jugendhilfe sowie Gesundheitswesen.
„Dort fand ich mich gerade so richtig ein, als der damalige Giengener OB Gerrit Elser erklärte, nicht mehr für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Für mich eine Änderung der Vorzeichen: Oberbürgermeister in meiner Geburtsstadt – das war eine neue Perspektive!“ Von vielen Seiten – auch Fraktionsspitzen des Gemeinderates – zur Kandidatur ermuntert, zögerte er nicht lange, sich auf diese Herausforderung einzulassen und setzte sich im Juli 2017 gegen acht Mitbewerber durch. Der Erfolg gibt ihm recht: Für Dieter Henle zählt in allem Tun die Freude an der Arbeit, am Umgang mit Menschen und die Überzeugung, dass man immer das Gespräch suchen sollte und auch von den Einwänden der Gegner und Kritiker lernen kann. Eine für alle Seiten tragfähige Lösung lasse sich dann immer finden. Vernetzung erscheint ihm als eine wertvolle Tätigkeit, die sich – wie er an einigen Beispielen erläuterte – zum Wohle der Stadt auswirkt. So hat der intensive Austausch mit acht anderen Städten und Gemeinden für Giengen nicht nur bei der kommunalen Wärmeplanung Vorteile gebracht.
Kein Wunder, dass in der sich anschließenden Fragerunde ein junger Zuhörer, sichtlich beeindruckt von diesem sympathischen Träger eines politischen Amtes, die Frage stellte, ob sich Herr Henle auch ein politisches Amt auf Landes- oder Bundesebene vorstellen könnte. Es kam die klare Antwort. „Mir macht meine Arbeit Spaß, die Frage stellt sich mir gar nicht.“
Und was können die jungen Menschen, die heute am HG auf das Abitur zusteuern, für ihre Berufsorientierung von dieser Persönlichkeit lernen?
„Karriere beginnt mit leidenschaftlichem Interesse an der Tätigkeit, die man gerade ausübt. Unterschiedliche Lebensbereiche, die man auf vermeintlichen Umwegen und oft durch Enttäuschungen, dass ein Plan nicht aufgegangen ist, kennen lernt, sind eine Bereicherung. Ein gutes Maß an Offenheit und Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen, ist allerdings schon nötig.“
Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Freude und Spaß schätzt und sucht Oberbürgermeister Henle den Austausch mit Jugendlichen – nicht nur an den Schulen in Giengen. Ein Glück, dass er nun als Mitglied des Fördervereins dem HG verbunden bleibt!
Böhler/Koch
